Samstag, 4. April 2026

Der Traum von dieser neuen Partei


Es ist jetzt noch relativ früh, an diesem Osterfreitag Morgen, dem 3. April 2026. Ich trinke gerade den zweiten Kaffee und höre dem Geräusch des Geschirrspülers zu, der sich mit den Resten des gestrigen Abendessens mit einem Freund beschäftigt. Draussen hat es klaren blauen Himmel. Aber es ist kalt. Kalt im Vergleich zum Wetter vor einigen Tagen, das damals schon ein bisschen zu warm war für einen  durchschnittlichen März.

Wie dem auch sei. Bevor ich mich dem eigentlichen Morgenessen zuwende halte ich meinen Traum der letzten Nacht fest, nicht ohne zu erwähnen, dass ich schon sehr erstaunt bin, was sich bei mir manchmal so in Träumen für "Ideen", "Gedanken" und "Bilder" ansammeln, um dann auszubrechen und mich relativ überrascht in den Alltag zu entlassen.

Ob ich von mir als Hauptperson oder einem Unbekannten träumte, kann ich nicht mehr sagen. Und das ist eigentlich auch ganz egal. Ich spreche darum jetzt der Einfachheit halber halt in der dritten Person und nenne ihn einfach mal Albert. Weil ich keinen Menschen mit diesem Namen kenne und weil Albert doch eher ein veralteter Name ist und sich deshalb relativ wenig Menschen direkt angesprochen oder betroffen fühlen müssen. Auch weiss ich nicht, wie alt er war. Aber auch das scheint mir im Nachhinein nicht von grosser Bedeutung zu sein. Im Hintergrund spielt ein Cellist aus meiner Klassik App die Cellosonate in g-Moll III. Andante von Rachmaninow. Das passt.

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Albert ist ein politisch relativ aktiver Mensch. Denn er liest Zeitungen und versucht aufgrund dieser Informationen und all den ihm vorliegenden persönlichen Erfahrungen eine Meinung zu bilden. Im Wissen auch, dass diese "eigene Meinung" immer nur das Resultat vieler anderer Meinungen, Berichte, News, Facts, Fakes ist. Säuberlich im Gehirn zusammengetragen, behalten und sortiert.

Albert ist eigentlich und generell ziemlich glücklich mit seinem Leben. Und dennoch kann er seine Augen nicht davor verschliessen, dass er und all die andern Milliarden Menschen in einer doch relativ komplizierten Welt voller Ungerechtigkeiten und Unsicherheiten leben. Ein Klimawandel der leider kaum mehr zu stoppen ist und dessen Auswirkungen sich mit jedem Jahr dramatischer manifestieren. Ein neuer rechtslastiger Konservatismus der immer extremere Formen annimmt und Werte wie Akzeptanz, Toleranz, Miteinander, Gemeinsamkeit etc. mit Füssen tritt. Demokratische Rechte und Systeme zunehmend Diktaturen und autoritären System weichen, weil oft die freien Menschen selber den Weg ist diese Unfreiheit und Unterdrückung an der Urne vorbestimmt haben, um dann vielleicht zu spät zu realisieren, dass es einfach zu spät ist. Denn es scheint, dass sich das Zitat "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber" zu bestätigen scheint. 

Albert sieht auch, dass viele Menschen faul geworden sind, sich an politischen Prozessen aktiv zu beteiligen und andere, die es gerne tun würden aufgrund rechtlicher Umstände nicht tun dürfen. Menschen die in einem Land leben aber ihr Schicksal in diesem Land nicht mit demokratischen Mitteln mit bestimmen dürfen/können. Als Spargelstecher oder Gemüse/Obst Pflücker willkommen. Als Bürger auf Augenhöhe nicht.

Also gründet Albert eine neue Partei und nennt sie in einem ersten Schritt "Die Partei der andern". In dieser Partei übernehmen Menschen, die über alle demokratischen Rechte und Mittel verfügen die Rolle eines Vermittlers oder eines Alter-Egos. Kurz: Albert ist das "Double" oder der Avatar von einem an Politik interessierten Menschen in einem Land, in dem dieser Mensch keine politischen Rechte besitzt.

Das wird klar in den Wahlunterlagen deklariert - mit Foto der beiden und den üblichen Beschreibungen zur Person, irgendwo zwischen Wahrheit und kleinen Schwindeleien und gewisser Selbstüberschätzung. So können können sich StimmbürgerInnen informieren und entscheiden. Diese Partei wirbt mit Transparenz und stellt den Solidaritätsgedanken in den Vordergrund.

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So weit ,so gut der Traum. Beim Nachdenken kommen mit aber Zweifel, ob so eine Partei überhaupt von jemandem gewählt würde. Denn Chancen hätte diese Partei wohl nur bei anderen Menschen ohne politische Rechte und mit Interesse an Mitgestaltung ihrer Zukunft in ihrem Gastland. Und diese wiederum hätten als WählerInnen ja keine Avatare oder Alter-Egos.


Avatar: Ein Avatar ist dein Profilbild oder eine Figur, die dich repräsentiert.

Alter-Ego: Ein Alter Ego ist so etwas wie ein zweites Ich – eine andere Seite deiner Persönlichkeit.


Nachtrag: Ich träume gern. Jedoch - nicht alle Träume gefallen mir. Oft erinnere ich mich an die weniger schönen ebenso wie an die schönen leider nur sehr kurze Zeit. Zu kurz um sie niederzuschreiben.  Zu flüchtig um mich länger als ein paar Augenblicke daran zu erinnern und mir weitere Gedanken darüber zu machen. Und manchmal sag ich mir: "Deine Träume ersetzen dir - im weitesten Sinn - einen Therapeuten". Oder auch: "Mit jedem Traum kannst Du etwas loslassen, was sich den Weg nach draussen sucht". Also verbleibt die Frage zu der ich die Antwort nie erfahren werde: Wie viel solcher oder ähnlicher Träume schlummern noch in mir, drängeln, schubsen und wollen endlich raus in die Realität eines soeben aus dem Traum erwachten Ich ?


Mittwoch, 7. Januar 2026

Der KI mit KI ein Schnippchen schlagen -- und zum neuen Jahr

Bereits in jungen Jahren war ich clever und vorausschauend. Denn ich wusste schon damals, dass man der KI nur mittels KI ein Schnippchen schlagen kann und so entstand schon in jungen Jahren mein ultimatives Bewerbungs-Foto. Dies war der Start einer unglaublichen Karriere und Erfolgsgeschichte. (Humor - Satire --- Ende)





Der Grund, warum viele CO's und HR-Manager aber immer noch zögern mit dem breiten Einsatz in der Praxis sollen die zögerlichen Selbst-Versuche mit eigenen Fotos und den verblüffenden Ergebnissen sein.


Zum neuen Jahr










Dienstag, 16. Dezember 2025

Neujahrs-Gedanken 2025 <-> 2026



Liebe liebe Menschen ganz allgemein

 

So, dieses 2025, das war ja wieder ein turbulentes Jahr - geprägt von leider meist schlechten Nachrichten, von denen viele vielen von uns gar nicht gut gefallen haben. Konflikte und Kriege, ein nimmermüder Klimawandel und seine Folgen. Eine USA, für die Unverständnis und Kopfschütteln die wohl harmloseste Reaktionen sein können. Oder ganz allgemein dieser „neue“ rückwärts gewandte Konservatismus, der so viel Gutes der letzten Jahre zerschlagen will. Und dann all dieser Hass und diese Hetze - hüben und drüben. Nicht zu vergessen eine KI/AI, von der wir noch nicht genau wissen, ob anfängliche Euphorie, Spass und spürbarer Nutzen nicht schon bald einer enormen Gefahr und Bedrohung Platz machen müssen

     
Doch es gab natürlich zum Glück auch viele gute, schöne Nachrichten + Ereignisse: Die Schweiz ist nach wie vor eine stabile, gut funktionierende Direkte Demokratie. Den einen mal ein bisschen zu weit links, den andern ein wenig zu viel rechts. Aber immer stabil und solid. Und dann war da diese Frauen Fussball EM. Was für ein tolles, farbiges, fröhliches Fest und Ereignis, gerade auch in Bern. Oder all die wunderbare Musik, die auch dieses Jahr für uns komponiert und interpretiert wurde sowie all die zahlreichen neuen Filme, welche uns zu unterhalten, beeindrucken und gar begeistern vermochten. Und immer wieder diese schöne wunderbare Natur, welche uns Ruhe und Glück bescheren kann. Oder all unsere bereichernden wunderbaren Menschenbeziehungen, die uns so gut tun und wichtig sind - für ein glückliches Leben in unsicheren Zeiten.

 

Persönlich ging es mir gut im diesem Jahr. Gesundheit stabil und gut. Tee geniessen, Natur, Wandern, Fitness, Sauna, ein bisschen Schalk, viel Humor und Frohsinn und immer häufiger auch Meditation prägten meinen gut ausgefüllten Rentner-Alltag. Viel Musik machen und natürlich Fotos knipsen und bearbeiten. Ich entdeckte auch das „Nur-mit-mir-alleine sein“ und diese wunderbare Ruhe und auch das Glücksgefühl, das ich dabei empfinde. Zudem durfte ich im Kreise vieler geschätzter geliebter Menschen und bei grosser Hitze meinen 70-igsten Geburtstag feiern. Immer noch mit viel echtem Haar auf dem Kopf - der Wuschelkopf eben. Und ich empfand auch in diesem Jahr wieder eine grosse Dankbarkeit. Dafür, dass ich auf der „sonnigen Seite“ des Lebens leben darf. Dafür, dass es mir an nichts fehlt, wenn meine Ansprüche sich in Grenzen halten. Eine wunderbare Reise nach Paris zeigte mir, wie schön und bereichernd es doch ist, andere Lebensweisen und Kulturen zu sehen und zu erleben oder einfach nur mal rasch daran zu schnuppern.

  

Ich wünsche mir für's 2026: Mehr Frieden, mehr Gerechtigkeit, mehr Liebe ganz allgemein, wieder mehr Akzeptanz und Toleranz, eine Demokratie die überleben möge, mehr Respekt andern gegenüber. Mehr miteinander statt gegeneinander. Einigen Mächtigen weniger Macht - weniger Hass und Gier. Uns allen andern ganz generell mehr Mut und Zuversicht und all unseren lieben Nachkommen eine schöne gerechte lebenswerte Welt und Zukunft ! Ja, genau das wünsch ich mir.
  

Und DIR wünsche ganz herzlich einen guten Rutsch und ein glückliches neues Jahr !   RuSi
  

    Mein fotografischer Jahresrückblick für dich !      FOTOBLOG

Montag, 22. September 2025

Ein Zitat "Wenn die, die sagen, dass man nichts mehr sagen darf, das Sagen haben, dann darf man nichts mehr sagen."

Autor des Zitats nicht bekannt

Wenn die, die sagen,
dass man nichts mehr
sagen darf, das Sagen
haben, dann darf man
nichts mehr sagen.

Ein Zitat dreht seine Runden, in meinem Kopf. Reaktionen in den sozialen Medien, vor allem auf X, haben mir gezeigt, dass diese 19 Worte, schön in eine logische Reihenfolge gebracht, von vielen nicht verstanden werden, verstanden werden wollen oder ganz absichtlich ins Lächerliche gezogen werden.
Mir wurde klar, wie viele Menschen sich offenbar wünschen, dass eine Meinungs-Diktatur - ähnlich wie die, welche im Moment in den USA rapid schnell im Aufbau und Ausbau ist - auch bei uns in den europäischen Demokratien installiert werden soll. Vielleicht, weil sie - wie vermutlich wir alle - von diversen Ereignissen auf dieser Welt (Klimanotstand, Hunger, Kriege, soziale Ungerechtigkeit, etc. völlig überfordert sind. Dazu kommt das tägliche Bombardement mit Fake-News (vermutlich orchestriert aus Russland, China und den USA) sowie die Angst vor einer KI / AI, welche nebst einigen positiven Aspekten vor allem Unsicherheit verursacht. Werden wir Menschen die KI beherrschen können ? Wer wird die KI in naher Zukunft beherrschen und was sind seine/ihre Absichten ? Werde ich, ganz konkret, ich durch die KI eigentlich ein überflüssiges Wesen, welches die Dinge schlechter kann als die KI selbst, nur Geld kostet, krank werden kann, einen Willen entwickeln kann, der Systeme stört oder gar zerstört, sogenannte soziale Gerechtigkeit einfordert und den halben Planeten kahl frisst und die Umwelt aufs Übelste zerstört.

Müssen darum die vermeintlichen Probleme, dass man Menschen mit schwarzer Hautfarbe nicht mehr N**** sagen darf, dass man neu dem Schokokuss nicht mehr M******** sagen darf einfach nur Platzhalter für eine generelle "Wut" allen Veränderungen gegenüber, die vermeintlich ausschliesslich von Linken und Grünen ausgelöst wurde, um uns freien Menschen zu knechten, verbal wenigstens ?

Hängen wir so sehr an ein paar alten überholten Worten ? Ist es genau das, was der Auslöser für Lebensglück oder Unglück ist ?
Unsere verdammte Angst vor Veränderungen und der fehlenden Einsicht, dass auch heutige junge Generationen (Menschen, Forscher, Wissenschafter, Fachpersonen ...) einfach nur das Recht haben und es in Anspruch nehmen, Dinge zu verändern, Sprache zu verändern und so dem Zusammenleben neue Qualitäten geben wollen ? So wie wir das damals auch getan haben. Ist das alles schon vergessen ?

Darum die Schlussfragen: Wie zufrieden bist Du heute ? Wie glücklich bist zu gerade ? Von was könnte das abhängen ?


 

Dienstag, 16. September 2025

Düfte (Ein Blick zurück - eine Kurzgeschichte aus dem Jahr 2013)


Düfte (Kurzgeschichte 2013)

Er musste wohl schon eine ganze Weile vor sich hin gedöst haben, an jenem warmen Sonntagnachmittag im August. Die Sonne musste sich verschoben haben, denn die Füsse brannten von der direkten Sonnenbestrahlung. Es war einer dieser Halbwach – Halbschlaf Nachmittage, an welchen sich Traumbilder mit real gedachtem zu kurzen, sich wechselnden Sequenzen vermischten und in seinem Hirn hin und her hüpften; einmal hervor lugten, um dann sofort wieder zu verschwinden um dann neuen Bildern Platz zu machen. Einen tieferen Sinn oder einen roten Faden konnte er ohne professionelle Unterstützung nicht ausmachen, was ihm in Tat und Wahrheit so ziemlich egal war. Er liebte sie einfach - diese ausgedehnten Gedankenspaziergänge – Punkt.


„Farben und Düfte sinnlich und spielerisch erfahren“ – ein Seminar im Rahmen der Vorbereitungskurse „Pensionierung – und was nun“ – bezahlt vom Arbeitgeber.
„Farben und Gerüche spielerisch erfahren, da muss ich halt wohl hingehen“ murmelte Lorenz leise, sehr leise und sich langsam aus der Traumwelt lösend vor sich hin und versuchte mit noch noch langsamen Bewegungen, eine Wespe, welche sein Gesicht umtanzte, zu verscheuchen.

„Was hast Du soeben gesagt“? „Über welche Gerüche sprichst Du da“? Klara musste sich wohl irgendwo im Wohnzimmerbereich befinden. Er ignorierte diese Frage mit konzentriertem Schweigen und tiefen Atemzügen, um den unweigerlich anstehenden Nachfolgefragen wie „Davon hast Du mir ja noch gar nichts erzählt“, „Mit mir sprichst Du ja nicht darüber“, „Bist ja immer so verschlossen“, „Du weisst doch, dass mich Gerüche interessieren – da ist auch immer etwas Wahres dran“ zu entfliehen.

Und tatsächlich schaffte er es, nachdem er die Füsse an eine andere Position versetzt hatte, sich wieder auf einen Gedanken-Traum-Spaziergang zu begeben, um diesmal in eine Vergangenheit einzutauchen.

Es war späte 68-er Stimmung. Die einen waren dafür, viele dagegen und einige irgendwo dazwischen. Politischer und gesellschaftlicher Aufbruch, Rock’n’Roll und biedere Bürgerlichkeit prallten aufeinander und dazwischen war eine Generation, die sich ihre Jugend im ganzen Drum und Dran nicht versauen lassen wollte. Es war in diesem Kellergeschoss eines dieser neu hingestellten Wohnblocks, in denen der Andreas aus dem Kellerabteil seines Vaters einen engen Partyraum hingezaubert hatte. Plattenspieler – zwei, drei rote Glühbirnen und ein paar Hippie-Tücher an der Wand und ein Poster eines Rock-Stars. Es roch nach miefigem Keller – obwohl das Haus neu sein musste - und später beim Eintreffen der Freunde und vor allem bei den jungen Frauen – nach Parfüm oder genauer hauptsächlich nach Patschuli, welches sich ein paar Stunden später mit der Geruchsbegegnung „Schweiss – Nylonhemd“ vermischen sollte. Rolling Stones, Rock’n’Roll und Elvis dominierten die Party-Stimmung, obwohl progressiv denkende bereits von ganz anderer Musik sprachen.
Die jungen Männer kannten das Zeichen, welches der Disc-Jockey geben wollte, bevor er die erste Schmuse-Nummer auflegen würde. Genug Zeit, sich strategisch an die richtige Position des Kellers zu bewegen, um dann ….
… und dann kam sie! Die Mutter der Anne-Marie. Einfach so und ohne Anmeldung. Die Hand hochgestreckt präsentierte sie freundlich und ein bisschen verlegen lächelnd eine grosse Menge fein säuberlich aufeinander gestapelter Sandwiches, welche vor allem bei den heranwachsenden jungen Männern so einiges in Schwung brachten. Und da lag sie nun, die ganze Pracht – alles nur Sandwiches mit Salami, Gurken und ein bisschen frisch geschnittenen Zwiebelringen. Zugreifen oder ablehnen? Das hing nun ganz davon ab, wie sich die Anne-Marie und die andern Mädchen verhalten würden, um nach einer kurzen Verschnaufpause und einem weiteren Rock-Song auf das vereinbarte Zeichen des Disc-Jockey erneut und hoffentlich ohne weitere Unterbrechung warten zu können.


Wieder machte sich eine Wespe daran, Lorenz ein bisschen näher in die Gegenwart zu bringen, damit ein kurzes Handwedeln die Situation – für kurze Zeit wenigstens – klärte.


Schon als kleiner Bub mochtest Du den Duft des frisch gebackenen Brotes. Das hatte ihm seine Mutter in allen Phasen des Heranwachsens immer wieder gesagt. Nach 3 Jahren Lehre beim Bäcker Huber wurde er festangestellt. Nicht jeder hatte damals diese Chance. Aus Huber wurde Huber+Huber, dann Huber-Huber und Sohn und zuletzt Huber’s Backstube AG mit unzähligen Filialen und weiteren Grosskunden in der ganzen Schweiz. Und er war immer dabeigewesen – zuletzt als Leiter der Schicht-1, der wichtigeren! Und jeden Tag hatte er – zuletzt zwar nur noch Stichproben-weise – an den Backwaren geschnuppert und gerochen. Das war seine Art der Qualitätskontrolle. Keiner konnte das besser als er.


Er schrak auf. Warum träume ich in der Vergangenheit? Ganz so, als ob ich nicht mehr mit dabei wäre? Der Puls ging rasch. Nur nichts der Klara sagen. Bleib einfach mal schön ruhig.

Langsam stand er auf, rieb sich die Augen, streckte die Arme in die Luft und holte ein paarmal tief Luft. Am Montag melde ich mich an zu diesem Schnupper-Seminar. Es ist wirklich an der Zeit, mal andere Gerüche – oder waren es Düfte und wo liegt denn da der Unterschied - zu entdecken. Vielleicht eine Schnupperstunde in der Parfümerie, ein Riechseminar mit Weinverkostung oder ein Rundgang durch den Basler Zolli.  Vielleicht noch einmal Salami mit Zwiebeln oder vielleicht etwas ganz neues. Und Farben, die möchte ich auch entdecken – muss raus aus des Bäckers braun!


Er wurde langsam etwas ruhiger und das erneute Summen der Wespe – oder war es eine Biene - bohrte sich ins Zentrum seiner Gedanken. Von drinnen her zog ganz fein der Duft des angebratenen Sonntagsbratens nach draussen und er verspürte unvermittelt dieses zwar immer wiederkehrende aber dennoch über Jahr als sehr angenehm und vertraut empfundene Sonntag Spätnachmittag Gefühl.  










Eine kleine Reise durch das Angebot an Porno-Seiten im Internet - der Versuch einer Einordnung

WARNUNG: Die "Dinge" werden so genannt, wie ich sie erlebt habe. Auf einem kurzen Ausflug in die (oft trostlose und sehr einseitige) Welt der Pornografie im Internet. Die "Dinge" werden direkt benannt. Es handelt sich um eine persönliche Einordnung. 


Ich gebe es zu. Es ist ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Und trotzdem wage ich diese Reise durch Lust, Frust, Sehnsucht, Leidenschaft, Hoffnung, Frustration, Sucht, Faszination, Abscheu, Scheu, Mut, Hoffnungslosigkeit, Gewalt, Zärtlichkeit, Herrschsucht, Lust beherrscht zu werden, Sadismus, Masochismus, Eintönigkeit, Vielseitigkeit ...

Gefunden habe ich vieles und vermutlich trotzdem nur einen ganz kleinen Ausschnitt an all den "Angeboten", welche uns Menschen diesbezüglich zur Verfügung stehen. Nur eines habe ich dabei nicht gefunden. Die Liebe. Ausser man spreche von der Liebe zum Porno.

Drei verschiedene Webseiten (von einer vermutlich riesigen Auswahl) habe ich durchforstet und einen ganz kleinen Teil angebotenen Videos meist nur teilweise, in wenigen Ausnahmen ganz konsumiert. Konsum ist vermutlich ein wichtiges Stichwort. Das Verhalten rammelnder Menschen konsumieren - vermutlich meist sitzend oder liegend und in der Regel nicht in aller Öffentlichkeit am PC oder auf dem Mobil-Phone.

Und was fiel mir am meisten auf ? Der Ablauf der sexuellen Handlungen ist in aller Regel meist ähnlich oder gar gleich.

Gestartet wird oft damit, dass geile Damen meist ohne oder manchmal mit ein wenig Küsserei zu Start den Schwanz der vermutlich ebenso geilen Herren auspacken und mit Händen, Zunge und Mund in Stimmung bringen und verwöhnen - ohne dass sich die sich beherrscht verhaltenden Herren die Lust daran gross anmerken lassen und meist ganz ohne zu stöhnen. Ruhig, cool und über der Sache stehend, irgendwie. Ganz im Gegenteil zu den Damen, denn auch sie werden danach meist sehr kurz und in Ausnahmefällen ein wenig länger durch die Hände und Zunge der Herren stimuliert. Aber die Damen, die stöhnen in der Regel immer, entweder leise oder laut, aber in der Regel immer leidenschaftlich, was offenbar die Leidenschaft der Herren beflügeln soll oder aber auch nur, weil Damen zu dem stehen, was sie erleben. Lust.

Wenn das durch ist und die ganze Vorspielerei wahrscheinlich selbst dem auch geilen Kamera-Mann (ich nehme an, dass es Männer sind) und/oder Regisseur zu viel wird - dann kann es losgehen mit der Bumserei. Von vorne, von hinten, von der Seite, er meist oben, oft aber auch sie oben, mal zu seinem Angesicht schauend oder sich von ihm abwendend, so dass er freie Sicht auf ihren Arsch hat.

Aufhören tut das Ganze selbstverständlich dann, wenn es dem Herrn gekommen ist - egal in welchem Stadium der Lust sich die Frau genau befinden mag. Gut, da gibt es Pillen, die das ganze verlängern und verzögern können - eventuell gar zu lange ?

A propos kommen. Kommen tut der Herr selten in der Frau drin (Vagina oder Anal). Meist packt er seinen Schwanz ganz kurz davor, reibt ihn heftig vor dem geöffneten Mund der Dame, welche sehnsüchtig darauf wartet, das "Geschenk" dankend entgegen zu nehmen. Dieser finale Akt des Akts zeigt deutlich, wer Meister der Geschehnisse und Handlungen ist und wer sagt, wann Schluss ist.

Gut. Es gibt eine Unzahl von Variationen, die den Betrachter immer aufs Neue begeistern und fesseln soll:

Wenn wir's schon vom fesseln haben ... Fesselspiele, zwei oder drei Frauen mit einem (Glückspilz) Mann, zwei oder drei oder manchmal gar viel mehr Männer mit einer Frau, welche dann "lieblich" Dreiloch-Stuten genannt werden und denen es in einem "gang-bang" so richtig gemacht wird.

Da wären wir dann schon beim verbalen und den Beschreibungen. Vor allem die Frauen werden da regelrecht erniedrigt, beleidigt, beschimpft:

Dreiloch-Stute, Hure, Schlampe, Dreckschlampe, hässliche Alte, hässliche Hure, Luder, notgeile alte Schlampe und gar noch ein paar üblere. Während dem Männer eher Lover-Boy oder ähnlich lieblich benannt werden oder es sich um einen Stiefsohn, einen zufällig anwesenden Klempner oder den Besitzer der Mietwohnung handelt.

Und dann gibts all die Lesben-Videos, die eigentlich nur aufzeigen, was Frauen untereinander eben mögen und was Männer ihren Frauen vielleicht auch mal zur Abwechslung anbieten dürften. Viel zärtlicher und einfühlsamer im Grossen und Ganzen. Aber bei solchen Dingen wollen Männer gucken und nicht umbedingt handeln. 

Und dann gibts die Schwulen-Videos, in denen vor allem viel Rauheit dominiert.

Und zuletzt die diversen Variationen von Bi-Sexualität, in denen Männer Frauen und Männer lieben und gleich mal alles geniessen, was sich zum geniessen anbietet. Und umgekehrt. Wobei Männer das Umgekehrt vermutlich besser mögen.

Vielleicht abseits des ganz normalen Alltags der Porno-Konsumentinnen und Konsumenten werden Videos angeboten, die explizit den Mix der Rassen (beim Sex)darstellen. Meist dunkelhäutige Männer mit Monster-Schwänzen die meist aber nicht ausschliesslich schon in die Jahre gekommene Frauen vögeln oder hellhäutige Amerikaner und Europäer die es mit Frauen aus Thailand, afrikanischen Staaten treiben, wobei der Ausdruck treiben doch eher ein höflicher ist. Und diese Frauen sind in der Regel jung, sehr jung, sehr sehr jung. Auch das hinterlässt einen traurigen beelendenden Nachgeschmack und zeigt auch hier, wie stark Sex darüber hinweg täuscht, dass punkto Rassismus sich im täglichen Leben dieser Menschen vermutlich ein ganz anderes Verhalten, eine andere Einstellung abspielen. Aber der Reiz des Andern halt auch zu existieren scheint. Latin-Lover lässt grüssen.

Die Dialoge der Darstellerinnen und Darsteller (manchmal auch Porno-Star genannt) während den Darbietungen beschränken sich auf ein paar wenige Worte. Wirklich wenige Worte. Darum ist es eigentlich egal, in welcher Sprache solches Film-Gut angeguckt wird. Denn ähneln tun sie sich in den meisten Sprachen.

Vermutlich habe ich nur an der Oberfläche des Angebots gekratzt. Vieles blieb mir vermutlich und vermutlich zum Glück verborgen. Es scheint sich auch in diesem Lebensbereich zu bestätigen. Die Abgründe sind Abgründe und nicht alle wollen und sollen erforscht werden von Menschen, die genug ist genug als Lebensmotto betrachten.

Fazit: Männer werden zu oft als dominant und Frauen zu oft als unterwürfig dargestellt - und wenn sie es dann sind, die Frauen, werden sie dafür von den Männern beschimpft und erniedrigt.

Vermutung: Wer zu viel Porno konsumiert, entfernt sich von einer (meist) auf Liebe basierten Beziehung zwischen Menschen, welche die Sexualität gemeinsam entdecken, erforschen, geniessen wollen - Erfahrungen sammeln wollen und Grenzen ausloten wollen. Immer mit dem dafür notwendigen Respekt gegenüber der Partnerin und dem Partner. Und der Achtung des Gegenüber als wertvoller Mensch. Rollenspiele sollten nicht übernommen werden, nur weil sie im Übermass gezeigt und somit als "normal" erklärt werden.

Die meiste Pornografie aus Internet ist ein schlechter Ratgeber um ein sexuell lustvolles Leben zu leben. Das Geschäftsmodell basiert vermutlich auf den Säulen: Rollenbilder zementieren, Lust am Gucken erzeugen, Lust am passiven Teilhaben erzeugen und schlussendlich Sucht erzeugen. So wie die Sucht, "normale" Serien zu schauen, Online-Spiele zu spielen, sinnlos und endlos die Timelines in sozialen Medien zu konsumieren ... zu konsumieren !

Ausklang: 

1. Ich bin ein Mann 

2. Ich bin mir bewusst, dass ich aufgrund eines sehr beschränkten Angebots nur einen kleinen Teil einer Welt entdeckt habe, die viel mehr als das Gesehene bieten kann. In die gute wie in die schlechte Richtung. Ob ich das jemals will steht auf einem andern Blatt geschrieben. Für den Moment hab ich genug.

3. Ich glaub, jetzt guck ich mir einen Liebesfilm an. Einen ganz normalen. 



Sonntag, 7. September 2025

Am Bahnhof



Am Bahnhof lernen Menschen warten können.
Am Bahnhof fliessen Tränen, mal aus Freude, mal aus Trauer.
Am Bahnhof immer auf die Uhr blicken.
Am Bahnhof horchen, ob er wohl kommt.
Am Bahnhof horchen, woher er wohl kommt.
Am Bahnhof hoffen, dass er bald kommt.
Am Bahnhof Zug und Zug und wo ist deiner.
Am Bahnhof Menschen kommen, Menschen gehen, Menschen warten, Menschen eilen, Menschen stehen, Menschen sitzen.
Am Bahnhof lieben, mögen, verachten, streiten.
Am Bahnhof andre Menschen schauen, mal schüchtern, mal forsch, mal verschämt, mal unverschämt.
Am Bahnhof Menschen auf ihr Handy starren.
Am Bahnhof Langeweile aushalten können.
Am Bahnhof Menschen lesen und trotzdem nicht verstehen.
Am Bahnhof trotz vieler Menschen Menschen sich kaum begegnen, wirklich mit Blick, Wort und allem was dazu gehört.
Am Bahnhof andere Menschen still grüssen und keiner grüsst zurück.
Drum trink etwas und iss etwas.




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Der Traum von dieser neuen Partei

Es ist jetzt noch relativ früh, an diesem Osterfreitag Morgen, dem 3. April 2026. Ich trinke gerade den zweiten Kaffee und höre dem Geräusch...