Mittwoch, 22. April 2026

Lieber Walter, lieber Walti - Gedanken zu einem aktuellen berührenden Film über einen grossen Liedermacher und Künstler

 

Lieber Walti - so wie dich deine Freunde nennen, lieber Walter Lietha.

Am 16.4.2026 im ausverkauften Kino Rex in Bern. Da stehst Du nun, gross mit langem Haar. Irgendwie grad so, wie ich dich - es muss Mitte bis Anfang der 70-er Jahre gewesen sein - damals in Bern mit deiner fantastischen Band, sicher zwei oder gar dreimal, gesehen, gehört und erlebt habe.

Mit deinem warmen Bündnerdialekt deine Lieder gesungen hast, so als würde man dem Knistern eines Cheminee-Feuers lauschen.

Mir und vielen andern - damals jungen Menschen - aus dem Herzen gesungen hast, weil DU die Worte gefunden hast zum damaligen Denken und Fühlen und Erwachen in einer Erwachsenenwelt, von der wir uns ablösen wollten, aber auch nicht ganz. Mit all unseren Sehnsüchten, Zweifeln, Hoffnungen und Wünschen.

Du hast es fertig gebracht, mich an Themen heran zu wagen, die eigentlich eher fremd waren für mich - damals. Du hast mir Gefängnis, Gefangene, Fahrende oder einen klauenden Pösteler und Menschen - und nicht nur das Vreni - durch deine Texte näher gebracht, die sich sonst eher in weiter Ferne meines Alltagslebens bewegten.

Und dann auch die Liebeslieder oder die Themen wie Sehnsucht, Ruhelosigkeit, Reisen, Ferne und Nähe zugleich.

Und jetzt habe ich nach einer halben Ewigkeit durch diesen Film dein Leben, dein Musikerleben, deine Musik und dein Werk wieder gefunden. Habe dich als Mensch mit all den vielen Erfahrungen und Geschichten erfahren dürfen und war unheimlich dankbar dafür, dass sich an diesem 16.4. ein Kreis geschlossen hat. Es war plötzlich wieder wie damals. Einfach ich in der Hülle und mit dem Geist eines nun über 70 jährigen Mannes mit all den vielen Erfahrungen, Hochs und Tiefs und dennoch immer noch mit der einen oder andern Sehnsucht aus dieser Zeit.


Es wäre absolut wunderbar, wenn ich dich irgendwann wieder mal an einem Konzert irgendwo erleben und geniessen dürfte. Angetönt hast du ja, dass das eigentlich nicht ganz auszuschliessen sei. Falls sich jemand finden wird, der/die das auch möchte, organisiert und ermöglicht.

Denn, wie weiter unten ersichtlich ist, bist du als Person, als Mensch, als Liedermacher, als Poet, als früherer Rebell jetzt offenbar "stuben-reif" geworden und dein Lebenswerk wird nun gewürdigt so wie du es verdient hast. Und vielleicht auch deshalb du nun den Kulturpreis des Kantons Graubünden erhalten durftest.

Doch die grösste Anerkennung sind meiner Meinung auch all die Statements vieler bekannter Schweizer MusikerInnen im Film sowie die offenen ehrlichen Worte von KinobesucherInnen anlässlich der Premiere. 

Ich sag's mal mit meinem Worten aus dem Heute heraus: Du warst mein Held, damals. Und du wärst es auch heute noch, nein DU bist es auch heute noch. Immer dann, wenn ich eines deiner Lieder höre oder meine Gedanken zurück in diese ferne Vergangenheit eintauchen.

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Neu im KinoWalter Lietha: Er schrieb den Soundtrack der bewegten 1970er

Der Bündner Liedermacher Walter Lietha war eine grosse Stimme der 70er-Jahre. Dann verschwand er aus der Öffentlichkeit. Jetzt ist er wieder da: 2025 erhielt er den Bünder Kulturpreis, nun kommt der berührende Dokfilm «Drum sing i grad drum» über ihn ins Kino.

https://walterlietha-film.ch/

https://www.srf.ch/kultur/film-serien/neu-im-kino-walter-lietha-er-schrieb-den-soundtrack-der-bewegten-1970er

Weitere Links:

https://www.swissfilms.ch/de/movie/walter-lietha-drum-sing-i-grad-drum/770a9e54fc0444c5be56241e66825561

https://www.blick.ch/people-tv/schweiz/besuch-bei-liedermacher-legende-walter-lietha-ich-bin-froh-nichts-ueber-musik-zu-wissen-id21877479.html

https://www.zeit.de/2025/41/walter-lietha-musik-zensur-schweiz

... sowie auch im youtube mit Videos aus dem Heute und Gestern.

Samstag, 4. April 2026

Der Traum von dieser neuen Partei


Es ist jetzt noch relativ früh, an diesem Osterfreitag Morgen, dem 3. April 2026. Ich trinke gerade den zweiten Kaffee und höre dem Geräusch des Geschirrspülers zu, der sich mit den Resten des gestrigen Abendessens mit einem Freund beschäftigt. Draussen hat es klaren blauen Himmel. Aber es ist kalt. Kalt im Vergleich zum Wetter vor einigen Tagen, das damals schon ein bisschen zu warm war für einen  durchschnittlichen März.

Wie dem auch sei. Bevor ich mich dem eigentlichen Morgenessen zuwende halte ich meinen Traum der letzten Nacht fest, nicht ohne zu erwähnen, dass ich schon sehr erstaunt bin, was sich bei mir manchmal so in Träumen für "Ideen", "Gedanken" und "Bilder" ansammeln, um dann auszubrechen und mich relativ überrascht in den Alltag zu entlassen.

Ob ich von mir als Hauptperson oder einem Unbekannten träumte, kann ich nicht mehr sagen. Und das ist eigentlich auch ganz egal. Ich spreche darum jetzt der Einfachheit halber halt in der dritten Person und nenne ihn einfach mal Albert. Weil ich keinen Menschen mit diesem Namen kenne und weil Albert doch eher ein veralteter Name ist und sich deshalb relativ wenig Menschen direkt angesprochen oder betroffen fühlen müssen. Auch weiss ich nicht, wie alt er war. Aber auch das scheint mir im Nachhinein nicht von grosser Bedeutung zu sein. Im Hintergrund spielt ein Cellist aus meiner Klassik App die Cellosonate in g-Moll III. Andante von Rachmaninow. Das passt.

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Albert ist ein politisch relativ aktiver Mensch. Denn er liest Zeitungen und versucht aufgrund dieser Informationen und all den ihm vorliegenden persönlichen Erfahrungen eine Meinung zu bilden. Im Wissen auch, dass diese "eigene Meinung" immer nur das Resultat vieler anderer Meinungen, Berichte, News, Facts, Fakes ist. Säuberlich im Gehirn zusammengetragen, behalten und sortiert.

Albert ist eigentlich und generell ziemlich glücklich mit seinem Leben. Und dennoch kann er seine Augen nicht davor verschliessen, dass er und all die andern Milliarden Menschen in einer doch relativ komplizierten Welt voller Ungerechtigkeiten und Unsicherheiten leben. Ein Klimawandel der leider kaum mehr zu stoppen ist und dessen Auswirkungen sich mit jedem Jahr dramatischer manifestieren. Ein neuer rechtslastiger Konservatismus der immer extremere Formen annimmt und Werte wie Akzeptanz, Toleranz, Miteinander, Gemeinsamkeit etc. mit Füssen tritt. Demokratische Rechte und Systeme zunehmend Diktaturen und autoritären System weichen, weil oft die freien Menschen selber den Weg ist diese Unfreiheit und Unterdrückung an der Urne vorbestimmt haben, um dann vielleicht zu spät zu realisieren, dass es einfach zu spät ist. Denn es scheint, dass sich das Zitat "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber" zu bestätigen scheint. 

Albert sieht auch, dass viele Menschen faul geworden sind, sich an politischen Prozessen aktiv zu beteiligen und andere, die es gerne tun würden aufgrund rechtlicher Umstände nicht tun dürfen. Menschen die in einem Land leben aber ihr Schicksal in diesem Land nicht mit demokratischen Mitteln mit bestimmen dürfen/können. Als Spargelstecher oder Gemüse/Obst Pflücker willkommen. Als Bürger auf Augenhöhe nicht.

Also gründet Albert eine neue Partei und nennt sie in einem ersten Schritt "Die Partei der andern". In dieser Partei übernehmen Menschen, die über alle demokratischen Rechte und Mittel verfügen die Rolle eines Vermittlers oder eines Alter-Egos. Kurz: Albert ist das "Double" oder der Avatar von einem an Politik interessierten Menschen in einem Land, in dem dieser Mensch keine politischen Rechte besitzt.

Das wird klar in den Wahlunterlagen deklariert - mit Foto der beiden und den üblichen Beschreibungen zur Person, irgendwo zwischen Wahrheit und kleinen Schwindeleien und gewisser Selbstüberschätzung. So können können sich StimmbürgerInnen informieren und entscheiden. Diese Partei wirbt mit Transparenz und stellt den Solidaritätsgedanken in den Vordergrund.

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So weit ,so gut der Traum. Beim Nachdenken kommen mit aber Zweifel, ob so eine Partei überhaupt von jemandem gewählt würde. Denn Chancen hätte diese Partei wohl nur bei anderen Menschen ohne politische Rechte und mit Interesse an Mitgestaltung ihrer Zukunft in ihrem Gastland. Und diese wiederum hätten als WählerInnen ja keine Avatare oder Alter-Egos.


Avatar: Ein Avatar ist dein Profilbild oder eine Figur, die dich repräsentiert.

Alter-Ego: Ein Alter Ego ist so etwas wie ein zweites Ich – eine andere Seite deiner Persönlichkeit.


Nachtrag: Ich träume gern. Jedoch - nicht alle Träume gefallen mir. Oft erinnere ich mich an die weniger schönen ebenso wie an die schönen leider nur sehr kurze Zeit. Zu kurz um sie niederzuschreiben.  Zu flüchtig um mich länger als ein paar Augenblicke daran zu erinnern und mir weitere Gedanken darüber zu machen. Und manchmal sag ich mir: "Deine Träume ersetzen dir - im weitesten Sinn - einen Therapeuten". Oder auch: "Mit jedem Traum kannst Du etwas loslassen, was sich den Weg nach draussen sucht". Also verbleibt die Frage zu der ich die Antwort nie erfahren werde: Wie viel solcher oder ähnlicher Träume schlummern noch in mir, drängeln, schubsen und wollen endlich raus in die Realität eines soeben aus dem Traum erwachten Ich ?


Eine Reise im Mail - eine Reise im Osten Canada‘s - eine Reise voller Erlebnisse und Gedanken

Canada - Halifax, Lunenburg, Wolfville, Québec, Montreal - mit dm Auto und dem Zug. Lang lang ist‘s her, dass ich zum letzten Mal Canada bes...